Weltumseglung Teil 1

 

 

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FÜNF JAHREN AUF DEN WELT MEEREN

        Teil 1

Das Tsunami-Unglück im Indischen Ozean macht mich sehr nachdenklich. Ich lebte neun Monate dort und kenne Segler, die noch da sind. Die Marina, in der ich lag, ist von der Sintflut völlig zerstört worden, und Boote, die ich damals kannte, sind versunken. Als ich über den Indischen Ozean segelte, hat ein Blitz mein Boot getroffen! Das war schlimm genug für mich, aber wie hätte ich einen Tsunami überlebt? Ich habe mir meinen Traum erfüllt, um die Welt zu segeln, aber es war nicht so einfach, wie ich   gedacht hatte, und nur dank einer Schar von Schutzengeln bin ich heil zurückgekommen.

Als mein Vertrag als Britischer Verbindungsoffizier in Hameln langsam auslief, wusste ich nicht, was ich machen sollte. Ich hatte nur einen Zeitvertrag und habe immer gehofft, daß er verlängert würde. Meine Lebensgefährtin Hanna hat mich ermutigt, meinen Traum zu wagen. „Du redest so lange davon, und es hängt über uns wie ein Damoklesschwert. Mach mal einen Plan und fang endlich an zu segeln!“ sagte sie zu mir. So machte ich mit ihrer Hilfe einen Plan. Mein Vater kam aus Neuseeland und half mir bei den Vorbereitungsarbeiten. KARMA, meine 12-Meter Stahl-Ketsch, lag über Winter in Seelze bei Hannover, und so fing das Abenteuer dort an.

Logbucheintrag:

22. August 1998

Position: Weißes Moor am Elbe Seitenkanal

Zeit: 0800Uhr.

Um 0500Uhr aufgestanden, um Wartungsarbeiten am Motor zu machen, bevor wir weiterfahren. Beim Wechseln der Einspritzdüsen habe ich einen der Bolzen abgebrochen! Jetzt ist ein Zylinder undicht!   

Guter Anfang; nach nur einem Tag schon eine Panne! Bis der Schaden in Kiel repariert wird, geht es nur langsam voran.  In Kiel setzten wir die Masten, und die Crew ist an Bord gekommen. Werner aus Bad Münder wollte nur bis Dover mitfahren, Claus, ein Medizinstudent aus Herford, wollte bis Madeira, Otto, ein Holländer, wollte bis in die Karibik, und mein Vater kam bis Portsmouth mit.Bild 2: Mit Vater in Kiel

3. September 1998           

Position: 53.44Nord 05.52Ost

Zeit: 0200Uhr. Ostwind Stärke 7-8, Regen. Eine dunkle nasse Nacht. Die ganze Crew außer mir ist seekrank. Habe den Besansegel gerefft, das Großsegel geborgen und die Sturmfock gesetzt!

Wir kämpften uns bis Newhaven an der englischen Südküste weiter, und dann gab es für eine Woche nur Westwinde um Windstärke 7, und so warteten wir dort, bis das Wetter besser wurde. José, ein Portugiese, stieß in Newhaven zu uns. Er wollte gerne auch einmal um die Welt segeln.

20. September 1998         

Position: 50.34Nord 01.53West

Zeit: 1600Uhr. Wind Südost Stärke 3. Beim Arbeiten  auf dem Vordeck schwer gegen den Bugkorb gefallen und habe eine Rippe gebrochen. Schmerzt sehr. Gutes Segeln!  Etmal heute 166sm.

In Falmouth haben wir auf gutes Wetter gewartet, Schmerztabletten und den letzten Proviant gekauft, und dann ging es über die Biskaya nach Spanien. Ein Tag vor La  Corunna hat uns wieder ein Sturm erwischt. Als wir endlich im Hafen an einer Tonne festmachten, verlangte José, an Land  gerudert zu werden! Er hatte genug von der Segelei. Er hatte sich das ganz anders vorgestellt. Obwohl wir noch zu seiner Heimatstadt Lissabon wollten, wollte er nicht weiter segeln. Otto brachte ihn mit dem Beiboot ans Land.

 

14. Oktober 1998             

Position: 32.59Nord 16.01West

Zeit: 1051Uhr. Wind – Nordost 4.

Land in Sicht (Madeira) Wo der Seewasser-Kreislauf in den Auspuff am Motor führt, haben wir eine Bruchstelle entdeckt. Wasser und Auspuffgase enden in der Bilge.

 Im Hafen von Funchal auf Madeira haben wir ein neues Auspuffrohr machen lassen und unser Schiffs-Logo auf die Kai-Mauer gemalt. Es soll Unglück bringen, wenn man das nicht macht. Jetzt segelte ich nur mit Otto über die Kanarischen und Kapverdischen Inseln über den Atlantik bis in die Karibik. Wir fingen an, Fische zu fangen und damit unseren Proviant zu verbessern.

 

9. Dezember 1998            

Position: 16.29Nord 35.11West.

Zeit: 1432Uhr. Wind - Ost 5 Regenschauer. Mit einem Wal kollidiert! Er tauchte dicht am Heck wieder auf, und wir haben ihn verletzt zurückgelassen!

Weihnachten feierten wir in Barbados und danach kam Hanna zu Besuch. Otto ist in Martinique ausgestiegen, und von jetzt an segelte ich alleine weiter. In Curacao musste ich KARMA aus dem Wasser holen lassen, um Arbeiten am Propeller zu erledigen und eine neue Dichtung an der Welle einzubauen. Auf dem Weg nach Panama bekam ich durch ein Leck an der Stelle, wo das Ruder ins Boot kommt, Wasser in den Maschinenraum und so in den Dieseltank unter dem Motor.  

5. April 1999                     

Position: 10.10Nord 78.18West

Zeit: 1428Uhr Wind – Nordost 5.

Ich könnte weinen vor Frustration. Ich habe eine Menge Wasser im Diesel weil die Tankdichtung nicht funktioniert! Nach einer Stunde bricht der Motor zusammen.

Vor Colon, Panama, musste ich um Erlaubnis bitten, unter Segel in den Hafen zu fahren, denn mit Wasser im Diesel konnte ich nicht unter Motor fahren. Man stoppte die Berufsschifffahrt, bis ich unter Segel meinen Anker im Hafen gesetzt hatte. Colon ist eine sehr arme Stadt, aber die Leute sind alle freundlich und nett zu mir. Ich muß jetzt vier Crewmitglieder finden für die Panamakanalfahrt. Es ist Vorschrift, dass man für jede Ecke des Bootes eine Person hat, die die Festmacher-Leinen bedient. Ich finde ein englisches Ehepaar, Claire und Stephen, die auch segeln, und ein paar schwedische Rucksacktouristen, Maja und Sofia. Der Kanal und die Schleusen sind gewaltig, und es dauert zwei Tage, bis ich durch bin. Nach dem ersten Tag muß man auf dem Gatun See vor Anker gehen. Es gibt Krokodile im Ankergebiet, und in der Nacht können wir mit der Taschenlampe ihre Augen funkeln sehen! Auf der Pazifikseite ist der Bilbao Yacht-Klub vor wenigen Wochen niedergebrannt, es lohnt sich also nicht, sich da lange aufzuhalten. Ich gehe auf Anker vor Flamenco Island, und wenige Tage später segele ich zu den Las Perlas Inseln im Golf von Panama.

22. April 1999    

Position: 08.15Nord 79.05West

 Contadora Insel.

Zeit: 1600Uhr. Anker fiel in glasklarem Wasser. Viele Rochen hüpfen aus dem Wasser, ein Manta-Rochen untersucht meinen Anker, ein Pelikan kommt zu Besuch, als ich die Segel runterhole. Ich habe diese traumhafte Insel und Bucht nur für mich.

Vor mir ist jetzt die unendliche Weite des großen Pazifischen Ozeans. Wenn ich die Contadora Insel verlasse, gibt es kein Zurück mehr. Wegen der Winde und der Strömung kann ich nur immer westwärts segeln, bis ich wieder nach Hause komme. Nächster Stopp: die Galapagos Inseln.

 

 

 

 

 

 

 


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